Klimaklagen sind gerade jetzt wichtiger denn je, weil sie in einer Zeit politischer Instabilität und wachsender Demokratiekrisen ein klares Instrument für Gerechtigkeit darstellen. Sie sind ein Bollwerk gegen die Erosion der Demokratie und ein direktes Mittel, um die Klimakrise anzugehen, unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen.
Klimaklagen entfalten nachweislich politische, wirtschaftliche und rechtliche Wirkung. Der IPCC-Bericht von 2022 zeigt, dass sie Staaten dazu bewegen können, ambitioniertere Klimaziele zu setzen und wirksamere Maßnahmen zu ergreifen. Laut Grantham Research Institute üben Klimaklagen auch auf Unternehmen Druck aus: Verfahren gegen Konzerne wie Shell oder BP führten zu Kursverlusten und größerer Zurückhaltung bei Greenwashing.
Selbst Klagen, die vor Gericht scheitern, können viel bewirken. Sie schaffen Aufmerksamkeit, stärken das öffentliche Bewusstsein für die Klimakrise und setzen neue rechtliche und gesellschaftliche Impulse. Die Urteile in den Fällen Urgenda in den Niederlanden, Neubauer et al. in Deutschland und der Klimaseniorinnen in der Schweiz zeigen, wie Gerichte Staaten zu konkretem Klimaschutz verpflichten können.